FORUM MENSCHENRECHTE unterstützt Appell an Olympia-Sponsoren

23. April 2008

Olympiasponsoren VW und Adidas müssen menschenrechtliche Verantwortung
zeigen

In einem gemeinsamen Aufruf fordern Nichtregierungsorganisationen VW und
Adidas auf, sich stärker für die Menschenrechte in China zu engagieren.
Unterstützer sind das Forum Menschenrechte, der Dachverband der
Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Human Rights Watch, die
International Campaign for Tibet, das Asienhaus (Essen), die Christliche
Initiative Romero und Reporter ohne Grenzen. Sie appellieren an VW und
Adidas, „ihr unternehmerisches Engagement in China und ihre Rolle als
Olympiasponsoren mit einem deutlichen Engagement für die Verbesserung
der Menschenrechtslage in China zu verbinden.“ Auf der morgigen
VW-Aktionärsversammlung in Hamburg wird Bernd Moritz als
Vorstandsmitglied des Dachverbandes der Kritischen Aktionärinnen und
Aktionäre den Aufruf vorstellen.

Sowohl Adidas als auch VW betonten immer wieder ihre Wachstumsaussichten
auf dem boomenden chinesischen Markt, heißt es in dem Aufruf. Sie haben
aber auch eine Verantwortung, Menschenrechte zu schützen und zu fördern,
mahnen die Nichtregierungsorganisationen. Vor allem als Olympiasponsoren
seien sie „dem Bekenntnis der Olympischen Charta zur Schaffung einer
friedlichen Gesellschaft unter Wahrung der Menschenwürde verpflichtet.“

Die Organisationen fordern von Adidas und VW, sich in China deutlich zu
den Werten der Olympischen Charta zu bekennen. Zusammen mit dem
Internationalen Olympischen Komitee müssten sie von der chinesischen
Regierung konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der
Menschenrechtssituation einfordern. Darunter die Freilassung aller wegen
Kritik an den Olympischen Spielen in Haft sitzenden, die Umsetzung der
zugesagten landesweiten freien Berichterstattung sowie eine unabhängige
Untersuchung der Ereignisse in Tibet und einen politischen Dialog mit
dem Dalai Lama.

Die Olympiasponsoren sollen sich außerdem für die Einsetzung eines
IOC-Gremiums engagieren, das die Menschenrechtslage in China wie in
künftigen Gastgeberländern bewertet. Den olympischen Fackellaufs durch
Tibet sollen die Unternehmen nicht unterstützen, solange es keine
Signale für eine Verbesserung der dortigen Menschenrechtssituation gibt.

Zudem fordern die Nichtregierungsorganisationen von VW und Adidas
nachzuweisen, dass sie politische und soziale Menschenrechte bei allen
ihren Geschäftstätigkeiten in China achten und ihr wirtschaftliches
Engagement zur Verbesserung von Menschenrechten in China beiträgt.

Der Aufruf als PDF

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