Rechte sexueller Minderheiten sind Menschenrechte

11. Juni 2007

Berlin, 11. Juni 2007 – In 76 Ländern der Erde werden Menschen allein wegen ihrer sexuellen Orientierung strafrechtlich verfolgt. Das Strafmaß reicht von Haftstrafen über Auspeitschungen bis zur Todesstrafe, stellte das Forum Menschenrechte auf einer Tagung des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Forum Menschenrechte und der International Lesbian and Gay Association fest.

„In vielen dieser Länder führt der Druck fundamentalistischer Kräfte dazu, dass die Verfolgungen zunehmen“ sagte Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von ai Deutschland, für den Koordinationskreis des Forum Menschenrechte. Das gelte insbesondere für den Iran und Saudi-Arabien. „Aber auch der Vatikan übt auf internationaler Ebene massiv  Druck aus, dass im  UN-Menschenrechtsrat kein Entwurf über ‚Sexuelle Orientierung und Menschenrechte‘ eingebracht wird. Dafür geht er sogar Allianzen mit islamischen Verbänden ein“, sagte Lochbihler.

In einigen, zumeist westlichen, Ländern habe die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender abgenommen. Dies sei auf gesetzliche Neuerungen wie auf ein verändertes gesellschaftliches Klima zurückzuführen, sagte Lochbihler. „Mittlerweile haben sich auch in einigen Ländern, in denen Angehörige sexueller Minderheiten massiv diskriminiert werden, Organisationen gebildet, die sich speziell für deren Rechte einsetzen. Diese Organisationen gilt es zu stärken.“

Das Forum Menschenrechte setzt sich dafür ein, dass Angehörige sexueller Minderheiten ihr Recht auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit uneingeschränkt ausüben können. „Diese Rechte sind in der letzten Zeit gerade in Osteuropa bedroht“, sagte Lochbihler. Sie nannte u.a. Polen, Russland, Litauen und Lettland. Dieses Jahr verlief die Gay Pride Demonstration in der lettischen Hauptstadt Riga friedlich.

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