Neue Geschäftsstellenleitung: Vier Fragen an Marie Sophie Keller

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Marie-Sophie Keller hat seit April 2026 die Geschäftsstellenleitung für das FORUM MENSCHENRECHTE übernommen und löst damit Beate Ziegler ab. Die Völkerrechtlerin bringt Erfahrungen in der Menschenrechtsarbeit auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene mit.

Welche Rolle haben Menschenrechte in deiner Arbeit bisher gespielt?

Das Thema Menschenrechte begleitet mich meinen ganzen beruflichen Werdegang im politischen, akademischen und im zivilgesellschaftlichen Bereich. Ich habe Völkerrecht und EU-Recht studiert. Danach hatte ich Stationen bei der EU-Kommission und in einer lokalen NGO in Indien, wo wir uns für Umwelt und Menschenrechte eingesetzt haben. Nach meiner Rückkehr habe ich mit dem International Civil Society Center gearbeitet, einer Dachorganisation für internationale NGOs. Dann war ich wissenschaftliche Mitarbeiterin und später Büroleitung für einen Bundestagsabgeordneten – Schwerpunkte lagen auf der Arbeit im Menschenrechtsausschuss und insbesondere auf dem Lieferkettengesetz. Zu dem Thema Wirtschaft und Menschenrechte schließe ich gerade meine Promotion an der Universität Erlangen-Nürnberg ab.

Was ist für dich die wichtigste Aufgabe, die du mit dem FORUM MENSCHENRECHTE angehen willst?

In Zeiten von sich schließenden zivilgesellschaftlichen Räumen braucht es Zusammenhalt, Koordination und Solidarität. Welchen besseren Akteur könnte es dafür geben als das Forum Menschenrechte, ein Netzwerk von NGOs, die sich gegenseitig stärken? Welche konkreten Projekte daraus entstehen, liegt natürlich an der Entscheidung der Mitgliedsorganisationen. Aber wir haben ein starkes Fundament, um uns resilient zu machen und als Zivilgesellschaft zu stärken. Damit wir gemeinsam noch stärker sind, wäre es natürlich gut, wenn das Forum noch mehr Mitglieder gewinnen könnte.

Was ist dir wichtig für die Netzwerkarbeit im FORUM MENSCHENRECHTE?

Gut organisierte Prozesse sind die Grundlage dafür, Arbeit zu vereinfachen. Ich glaube, dass das Klarheit für alle schafft und dadurch mehr Raum für anderes entsteht. Das Zweite ist Pluralität. Das ist natürlich nicht immer einfach, weil es auch zu Konflikten und Streit führt. Aber auch das ist Teil demokratischer Auseinandersetzungen, die man aushalten muss und die auch gerne in einem respektvollen Rahmen kultiviert werden darf. Wichtig ist ein Miteinander mit Wohlwollen und auf Augenhöhe, um eine Kultur zu schaffen, in der sich alle trauen und wohlfühlen, sich zu äußern.

Was möchtest du fortsetzen und wo willst du neue Impulse gerne setzen?

Ich finde es sehr schön, dass es diesen Zusammenhalt gibt und eine starke Solidarität – einen Konsens, dass wir alle zusammen für dasselbe Ziel arbeiten. Ich möchte, dass inhaltliche Fragen weiter im Mittelpunkt stehen. Für mich bedeutet das eine Auslegung der Menschenrechte, die sich an den Bedürfnissen der Inhaber*innen orientiert und auch sozialökologische Aspekte zentriert. Ich sehe beim Forum auf jeden Fall Entwicklungsmöglichkeiten, Prozesse zu vereinfachen und sich digitaler aufzustellen. Datensicherheit und der Schutz der Teilnehmenden sind dabei extrem wichtig. Ich sehe auch großes Potenzial, sich noch breiter und diverser aufzustellen – in der Mitgliedschaft und mit Kooperationen innerhalb des zivilgesellschaftlichen Raums.

Kontakt

Beate Ziegler

Geschäftsstellenleitung

Forum Menschenrechte kontakt@forum-menschenrechte.de

Marie-Sophie Keller

Geschäftsstellenleitung

Forum Menschenrechte kontakt@forum-menschenrechte.de